Was ist Spielzeug für Mädchen?
Unsere Gesellschaft ist auf zwei Geschlechter ausgerichtet, orientiert sich also in vielerlei Hinsicht an den konstruierten und natürlichen beziehungsweise tatsächlichen Unterschieden zwischen diesen beiden Geschlechtern. So ist es nicht weiter verwunderlich, dass auch in der Erziehung und in weiterer Folge in der Verbreitung von Kinderspielzeug für Kinder die Differenz zwischen weiblich und männlich dieser Unterschied sichtbar wird.
Geschlechtergerechtes Spielen
Seit dem Mittelalter ist die, wenn auch nicht sehr strenge, Trennung in Kinderspielzeug für Mädchen und für Buben sichtbar. Ausgegangen ist dieses Phänomen nicht ausschließlich aber auch durch das Aufleben der Kirche im Mittelalter. Um die von der Kirche vorgegeben Rollenbilder zu transportieren, war das Spielen ein geeignetes „Medium“ und das Kinderspielzeug ein geeignetes Instrument. In adeligen Familien wurde den Mädchen bereits Puppen und Handarbeit als spielerische Beschäftigung nahe gelegt während man die Jungen mit Ritterfiguren und Schaukelpferden spielen ließ – als spielerische Vorbereitung auf das Reiten. Die Rollenverteilung wurde den Kindern auf eine Weise vermittelt, die ihnen „das Bild der Welt“ als natürlich erscheinen lassen sollte.
Seit dieser Zeit ging die Trennung in geschlechtergerechtes Spielzeug ihren Gang. Hinzu kam dann in der Neuzeit auch noch die Entwicklung von Mädchen- und Jungen- Farben. Rosa und Blau setzten sich als Gegensätze in der Konstruktion Geschlecht-Farbe durch.
Als Höhepunkt der Entwicklung des „geschlechtergerechten“ Spielzeuges kann die Barbie betrachtet werden. Eine Puppe die wie keine andere, das klischeehafte Rollenbild der Frau als „schwaches Geschlecht“ untermauerte. Und die auch das stereotype Farbenbild nicht nur beherzigte sondern auf die Spitze trieb. Spätestens seit dem Boom der Barbie in den späten 1950er Jahren ist die Farbe rosa als „die Mädchenfarbe“ in den Köpfen der Menschen fix verankert.
Wie Kinder heute spielen
Dass gender- typisches Kinderspielzeug nicht immer tatsächlich kindgerechtes Spielen bedeutet, zeigt die Realität. Es gibt sie, und zwar nicht nur in Einzelfällen: Mädchen die statt der Prinzessin den Pirat spielen möchten und statt Puppen bevorzugt mit Bauklötzen, Spielzeugautos und Baggern spielen. Umgekehrt kann man auch nicht verleugnen, dass es Buben gibt, die Gefallen an der Farbe Rosa finden – und in der heutigen Zeit kann man die Tendenz beobachten, dass das Abweichen von stereotypen Rollenvorstellungen in Sachen Mode und Körperbewusstsein bereits weitgehend toleriert und praktiziert wird.



