Dienstag, Dezember 12, 2017

Ordnung im Kinderzimmer

Tatyana-Dzemileva

Auch wenn es für viele Eltern nach einer unrealistischen Wunschvorstellung klingen mag: Es ist durchaus möglich, in einem Kinderzimmer für Ordnung zu sorgen. In den meisten Fällen bedeutet das aber auch, dass sich das Kind von einigen Dingen trennen muss, was nicht immer einfach ist. Selbst wenn ein Spielzeug schon monatelang unangetastet in einer Ecke liegt – wenn es plötzlich ganz weg soll, wird es auf einmal wieder wichtig.
Neben der notwendigen Bestimmtheit braucht es noch eine andere Sache, damit das Aufräumen und Entrümpeln richtig funktioniert: Ein System, bei dem klare Regeln gelten, was noch bleiben darf und was weg muss.

Aufräumbücher liegen im Trend

Anleitungen, in denen verschiedene Methoden zum effektiven Aufräumen beschrieben werden, sind im Moment aus keiner Buchhandlung wegzudenken. Eine Übersicht über die beliebtesten Ansätze hat der Modespezialist wenz.de auf seiner Webseite veröffentlicht. Sie bezieht sich zwar passenderweise auf den Kleiderschrank, die Methoden können aber auch für die ganze Wohnung verwendet werden. Zwei davon wollen wir hier kurz vorstellen.

Die Drei Kisten-Methode

Die Autorin Rita Pohle hat sich von der chinesischen Einrichtungsphilosophie Feng Shui inspirieren lassen und diese Methode zum nachhaltigen Aufräumen entwickelt. Wie der Name schon sagt benötigt man dafür lediglich drei große Kisten. Nun werden die Spielsachen, Kleidungsstücke etc. sortiert:
In Kiste 1 kommt alles, was noch gebraucht wird und dementsprechend bleiben darf. Kiste 2 wird mit den Dingen gefüllt, die auf den Müll wandern sollen. Kiste drei ist für alles reserviert, das zwar noch ok ist, aber nicht mehr gebraucht wird. Den Inhalt dieser Box kann man dann verkaufen, verschenken oder spenden und so noch jemand anders eine Freude machen.
Die dritte Kiste eignet sich auch für Kompromisse mit dem Kind. Will es sich von etwas, mit dem es lange nicht mehr gespielt hat, partout nicht trennen, kann dies zunächst hier aufbewahrt werden. Liegt es dann weitere vier Wochen unberührt dort, wird auch der Nachwuchs einsehen, dass es weg kann.
Africa-Studio

Konmari

Diese von der Japanerin Marie Kondo entwickelte Methode ist ein sehr radikaler Ansatz, der eine minimalistische Einrichtung zum Ziel hat. Zu diesem Zweck soll man alles loswerden, was einen nicht glücklich macht. So bleibt gemäß Konmari, das übrigens auf Lehren des Buddhismus fußt, am Ende eine Umgebung übrig, in der man sich völlig wohl fühlt.
An Kondos Methode scheiden sich jedoch auch ein Stück weit die Geister. Alles, was auf der Streichliste landet, soll weggeworfen werden, also auch nicht an Freunde verschenkt oder gespendet werden. Da auf diese Weise auch vieles auf dem Müll landet, das eigentlich noch intakt ist, werfen Kritiker dem System nicht zu Unrecht mangelnde Nachhaltigkeit und einen verschwenderischen Umgang mit Ressourcen vor.

Bildnachweis:
© Tatyana Dzemileva/shutterstock</em
© Africa Studio/shutterstock

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